annyclaws schreibt

Liebe, Leben und ganz viel Chaos

Gefühlte hundertmal.

Gefühlte hundertmal öffne ich einen neuen Artikel. Gefühlte hundertmal fange ich an, etwas zu tippen. Und dann merke ich, dass ich noch während des Schreibens den Faden verliere, mit meinen Gedanken schon wieder wo anders bin. Mein Kopf, mein Herz, meine Seele, alle wollen etwas anderes zur Zeit. Manchmal habe ich das Gefühl, es zerreißt mich innerlich. Ich spüre, dass ich kurz davor  bin, eine Tür zu schließen und dass sich vor mir schon eine neue einen Spalt breit geöffnet hat. Ich bin rastlos, innerlich. Ich bin irgendwie ausgeglichen und unausgeglichen. Ich bin gerade sehr stark, diszipliniert und strotze vor positiver Energie und Tatendrang. Abre ich weiß nicht so recht, wohin damit.

Also versuche ich mich, so oft es geht, hinzusetzen, einmal tief Luft zu holen und übe mich in Geduld. Ich warte. Warte und bin gespannt, was da jetzt kommt.

Blogg dein Buch – Nathalie küsst von David Forenkinos

Nathalie und François sind ein Paar wie aus dem Märchenbuch, mit Feingefühl und Geschmack. Doch eines Tages kommt François nicht vom Joggen zurück, eine Blumenhändlerin überfährt ihn. 
Die schöne Nathalie muss fortan allein durchs Leben gehen, sich der Neugier der Kollegen und der Avancen ihres Chefs Charles in der schwedischen Firma, in der sie als leitende Angestellte arbeitsbesessen über der Akte 114 brütet, erwehren. Als der unscheinbare Quotenschwede Markus ihr Büro betritt, packt sie ihn unvermittelt und küsst ihn. Markus, konsterniert, geht aufs Ganze, eine Liebesgeschichte beginnt, wie sie purer, zärtlicher und empfindsamer nicht sein kann. Während in der Firma die Gerüchteküche brodelt und Charles zu brutalen Maßnahmen greift, begeben sich Nathalie und Markus auf die Flucht in den Garten der Großmutter, zurück zu den Ursprüngen von Kindheit und der gemeinsamen Lieblingssüßigkeit PEZ – und lassen sich von der Liebe überraschen. [Klappentext]

 

 

Ja, “Nathalie küsst”. Ein kleines Sorgenkind. Ich bin so hin- und hergerissen, was ich einerseits echt gut und spannend finde, andererseits auch sehr nervig. Ich habe mich voll Vorfreude ans Lesen gemacht, dabei muss ich zugeben, dass das Cover mit Audrey Tatou mich schon ziemlich beeinflusst. Ich schaue mir diese Frau an und schon fühle ich mich im Märchen, sie hat für mich etwas Magisches, ganz wundervoll. Aber zurück zum Buch. Ich begann also zu lesen und schon nach den ersten Seiten wurde mir klar ‘dieses Buch ist nicht, wie andere’. Und das ist es wahrlich nicht! Der Schreibstil ist.. gewöhnungsbedürftig, geheimnisvoll, anstrengend, poetisch – ich liebe es! Und trotzdem kämpfte ich mich bisweilen durch den Wörterwald, denn wo ich noch Minuten vorher schier über die Zeilen hinwegflog, hatte ich ganz plötzlich das Gefühl, ich müsste jeden Satz zwei- oder gar dreimal lesen. Anstrengend! Ich persönlich würde mir von David Forenkinos mehr Kurzgeschichten und Gedichte wünschen, damit könnte _ich persönlich_ (ich betone es extra, denn jeder Mensch liest anders und fasst anders auf) mehr anfangen.

Zur (Liebes-)geschichte. Puh. Ganz schweres Thema für mich. Sich verlieben, glücklich sein, alles passt, man ist sorglos und verschwendet wenige Gedanken an die Zukunft, lässt sich einfach treiben, hat die (scheinbare) Gewissheit, dass alles läuft und laufen wird und dann auf einmal. Autounfall. Unfalltod. Ganz ehrlich? Mein Herz krampfte sich zusammen und ich litt mit Nathalie. Ich durchlitt ein Stück Vergangenheit. Und ich finde, dass Forenkinos Nathalies Trauer und auch ihren Mut, doch endlich weiterzuleben, doch wieder Gefühle zuzulassen und doch für Liebe zu kämpfen grandios beschreibt. Dennoch taucht er meines Erachtens zeitweise zu tief in Nathalies Gedankenuniversum ein, zu verworren ist die Nathalie-Logik dort, sodass nicht nur der Leser sondern auch sie selbst manchmal nicht mitzukommen scheint. Und er weinerliche, mindestens ebenso verworrene Marcus geht mir manchmal auf die Nerven. Das finde ich ein bisschen schade.

Mein Fazit: Ich vergebe 3 von 5 Sternen. Wehmütig, aber gerecht, wie ich finde. 

Noch was am Schluss: Liebe ist. Schönheit ist Schein. :)

Und: Das Buch könnt ihr hier >klick< kaufen. Mein Dank geht an  und an den C.H.Beck Verlag, die mir dieses Buch zur Verfügung gestellt haben!

18 Monate

Nachgereicht, da anderweitig dringend sämtliche Freizeit gebraucht wurde/wird.

Mein lieber Sohn,

18 Monate bist du nun schon alt. Eineinhalb Jahre lang sind wir nun schon ein perfektes Team, du und ich. Mama und Sohn. Jeder Gedanke, jedes Gefühl an und für dich lässt mich schier platzen vor Stolz und mein Herz quillt über vor Liebe. Eine Liebe, die so unglaublich rein und unverdorben ist. Ich kann mich wirklich verdammt glücklich schätzen, sie in mir zu haben, zu fühlen, wie sie sich täglich wandelt und ihre Wurzeln tiefer in meine Seele schlägt.

Doch nun zu dir. Du hast dich – gerade in den letzten Wochen – wahnsinnig weiterentwickelt. Du kannst ziemlich gut mitteilen, was du möchtest und wenn dir was nicht in den Kram passt, dann motzt du schon mal richtig. Du lernst täglich neue Worte verstehen und übst fleißig das Sprechen. Oft kann ich dich dabei beobachten, wie du mit den Lippen angestrengt ein Wort formst, lautlos, immer und immer wieder. Erst wenn du es für gut genug befindest, sprichst du das Wort auch laut aus und guckst dann irrsinnig stolz.

Du hast das Küssen für dich entdeckt. Nach wie vor öffnest du dabei dezent den Mund und man muss quasi “rein”küssen, doch kommst du immer mal zwischendurch einfach zu uns und forderst einen (feuchtfröhlichen) Schmatzer ein – ich genieße das, denn in nicht allzu ferner Zukunft wirds dir schon wieder peinlich sein.

Vor ein paar Wochen hast du deinen vierten Eckzahn bekommen und somit sind die 16 erstmal voll. Ich bin froh! Und du bestimmt auch, denn die letzten vier waren böse Viecher, die selbst  dich ausknockten (und dazu kam auch noch ein kleiner großer Wachstumsschub, ohje).

Das Laufen. Du läufst nach wie vor nicht alleine. Naja, so ganz stimmt das auch wieder nicht. Du willst einfach nicht alleine laufen. Nicht, wenn du im Mittelpunkt des Interesses (also quasi irgendwie fast immer?) stehst. Dann machst du maximal zwei Popelinchenschritte und fällst uns dann um den Hals (die Beine) oder lässt dich elegant auf die Knie fallen, mit nem dicken Grinser natürlich. Wenn du dich unbeobachtet fühlst oder einfach vertieft bist in ein Spiel, wenn du in deiner eigenen Welt bist, dann vergisst du diese ganze Aufmerksamkeit und dann läufst du von einem Gegenstand zum nächsten. Frei. Und ohne Probleme. Seit Samstag findest du außerdem Hand in Hand laufen obercool! Ich darf dir dann eine Hand reichen, du legst deine kleine in meine große und wir laufen mal hier hin und mal dort hin. Tja und ich? Ich mache mir da keinen Stress und auch diese Irgendwiesehnsucht ist fast verschwunden. Denn ich weiß, du kannst das und alles ist gut.

Du hast übrigens einen wunderschönen blonden Wuschelkopf! Locken kringeln sich hinten und an den Seiten, nach vorne sind sie allerdings glatt und erst im Wasser sieht man, wie lang sie eigentlich schon sind! Überhaupt, das Wasser, das Wasser ist dein Element. Einmal die Woche gehen wir zusammen schwimmen, bevor die Kids kommen und mein Schwimmkurs beginnt. Du lässt dich von mir durchs Becken ziehen, du prustest ins kühle Nass, du tauchst unter, du strampelst mit den Beinen und du lachst dabei, denn du fühlst dich einfach pudelwohl! So ist es auch nicht verwunderlich, dass du bei jeder Gelegenheit zum ‘Awa’ möchtest. Du stehst an der Badewanne, deutest hinein und rufst “Mama, Awaaaa”. Wenn es regnet, stehst du an der Balkontür, deutest hinaus und rufst “Awaaaaaa!” und quietscht dabei vor Freude. Sobald du einen Wasserhahn siehst, musst du unbedingt die Hände waschen – und das Gesicht, das ist ganz, ganz wichtig.

Bücher liest du lieber alleine. Du kommst zwar oft zu mir, ein Buch im Schlepptau und hörst mir ein paar Minuten aufmerksam und interessiert zu und studierst jedes Bild genau, doch dann gehst du weg, suchst dir ein anderes aus, legst dich neben mich und blätterst selbstständig darin.

Dein absoluter Lieblingsfreund, das ist der Kater, von dir “Mimi” genannt. Alle Katzen heißen Mimi. Und manche Hunde auch. Und Mimis müssen immer und überall mit Bajj (Ball) spielen. Immer! Und sie müssen bekuschelt werden, manchmal werden ihnen auch liebevoll Haare ausgezupft. Und deine Mimi wird auch schonmal beschuldigt, nen Stinker fabriziert zu haben (okay, Katzen fabrizieren die ultimatischen Stinker, das ist wahr) und natürlich muss deine Mimi dann auch gewickelt werden. Ein konkretes Beispiel gefällig? Ich sage zu dir “Puuh Luke, ich glaub, ich muss dich mal wickeln” und du sagst “Mama! Nein! Mimi puuuh” wedelst mit einer Windel und deutest auf den Kater. So ist das hier, du schlaues Kerlchen. :)

Immer, wenn du die Möglichkeit hast, pflückst (rupfst) du mir Blumen. Am liebsten Gänseblümchen (da hat dir wohl ein Vöglein gezwitschert, dass das meine Lieblingsblumen sind). Ich finde es unglaublich goldig, wenn du mit einer Handvoll zerdrückter Blümchen zu mir kommst und sie mir in die Hand drückst, freudestrahlend. Hach!

Nunja, was soll ich sagen. Ich genieße das Leben mit dir. Unser Leben als Familie. Und wenn ich mir dich so angucke, du großer Junge, der du mittlerweile bist, wie du ganz verliebt bist in deine frischgeschlüpften Babyfreunde, dann ist das für mich noch einmal ein Stückchen mehr Wunder. Du bist das Wunder. Denn du bist hier, du bist mein Fleisch und Blut und du bist alles.

Mama ♥

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