(Fast) 40 Wochen – ein Rückblick
Ja, fast 40 Wochen Schwangerschaft. Um genau zu sein 36+5 bis zum Blasensprung. 3 Wochen länger hätten es schon sein können, auch wenn die Geburt dann vielleicht noch ein wenig anstrengender geworden wäre. Immerhin war der Bubu schon 52cm lang und hatte 33cm Kopfumfang. Mir hat das gereicht! Hihi. Aber ich hätte auch alles durchgestanden, wäre er ein Monsterpropper gewesen. Der einzigartige Moment, wenn man dann den Gipfel erklommen hat, am Ziel der ganzen “Quälerei”, das wird es immer wieder wert sein. Und deswegen kann ich dir jetzt schon sagen, mein lieber Sohn, du bleibst garantiert kein Einzelkind! Niemals.
Wie war das doch gleich am Anfang. Einen Tag vor meinem Geburtstag im März sind wir noch Sushi essen gegangen und danach reinfeiern. Wir haben die Nacht durchgemacht und um 5 Uhr morgens saß ich dann mit A. in meinem Wohnzimmer und habe ihr erzählt, dass meine Regel zwei Wochen überfällig ist. Das an sich hat in mir noch keine Alarmglocken ausgelöst, schließlich ist mein Zyklus an sich schon sehr lang (34-35 Tage) und ab und an verzögert sichs sogar noch weiter nach hinten und außerdem waren Mann und ich immer gewissenhaft. A. meinte aber, ich solle schnellstmöglich einen Test machen, einfach um mir sicher zu sein. Naja, es war mittlerweile Samstag morgens und ich musste noch packen – denn zwei Stunden später musste ich schon am Bahnhof sein, ab zu Mann – der hatte Wettkampf und danach wollten wir (ich nochmal hihi) auf meinen Geburtstag anstoßen. Am Montag bekomme ich dann eine SMS von A. – ob ich denn schon einen Test gemacht hätte? Naja, nein, hatte ich natürlich komplett vergessen… Also Mann in die Apotheke auf der anderen Straßenseite geschickt, Schwangerschaftstest kaufen und ich in der Zwischenzeit fix 2 Kaffee gekippt.
Ja und dann, dann hab ich mich ins Bad verzogen, Mann arbeitete am Schreibtisch. 10 Minuten später kichere ich hysterisch vor mich hin und halte ihm den Schwangerschaftstest unter die Nase mit den Worten “*immer noch hysterisch kicher* Wir sind schwanger. *weiter hysterisch kicher und nimmer aufhörn kann*” – und er schaut das Teil ungläubig an, dann dreht er den Kopf zu mir “Nee oder?”, schaut wieder den Test an und sagt nur “Uff….”
Das war der Anfang. Mein lieber Sohn, ich mache da kein Geheimnis draus. Du warst nicht geplant, dennoch vom ersten Augenblick an gewollt und geliebt. Das versichere ich dir. :)
Nachdem ich mich dann etwas beruhigt hatte (2 weitere Kaffee intus) habe ich A. angerufen “Hm, A., der Test is positiv” – “Waaaaaaaaaaaaah, auf, ich geh mit dir zum Frauenarzt!” Ja, gesagt, getan, ich habe sie abgeholt und zusammen sind wir zum Arzt gelaufen. Der meinte dann am Ultraschall “Hm ja, da ist ein winziger Fleck, aber das könnte auch wieder weggehen. Mit 100%iger Sicherheit kann ich Ihnen das erst in ein paar Wochen sagen.” – Ich jedoch war mir sicher. zu 100 Prozent.
Ein paar Wochen später also (9. SSW) hatte ich meine erste “richtige” Untersuchung. Und ja, da warst du. Ein Fleck auf dem Bildschirm, aber immerhin kein winziger mehr. Und ich kann das gar nicht beschreiben, dieses Gefühl, dieser unglaubliche Luftsprung in meinem Herzen. Ich werde Mama. Ich trage ein Kind in mir. Wahnsinn!!!
Nach der anfänglichen Euphorie kamen aber ganz fix die Ängste. Schaffen wir das? Würden wir gute Eltern sein? Aber ja, wie man sieht, wir schaffen es. Und nach meiner Meinung sind wir auch gute Eltern.
Die ersten Monate Schwangerschaft waren eine Berg- und Talfahrt. Ernsthaft. Die Vorfreude, das Beichten vor deinen Großeltern, die monatlichen Arztbesuche.. Aber vor allem waren die ersten Monate geprägt von der Müdigkeit und vom Schlecht-sein. Mir war wirklich dauerhaft schlecht, jeden Tag, jede Nacht. Manchmal musste ich mich übergeben, danach ging es mir aber etwas besser, die meiste Zeit war es eine latente bis schlimme Übelkeit und daraus resultierte eine zusätzliche Über-Müdigkeit. Ich war fast den ganzen Tag im Bett, ich hatte zu nichts Lust, ich hab fast nichts gegessen und deshalb auch viel abgenommen. Nach langen vier Monaten begann aber dann der wirklich schöne Teil der Schwangerschaft. Ich war mit deiner Patentante bei der monatlichen Untersuchung, dein Papa konnte da leider nicht mit, als man mir sagte, dass das kleine Gummibärchen in mir mal ein GummiBÄR werden würde. Meine Güte, ein weiterer Himmelsflug! Wie in Trance und einem fetten, grenzdebilen Grinsen wanderten wir die ersten Babyklamöttchen kaufen – das musste sein.
Der Sommer war schön. Und er war heiß. Im Freibad haben wir die Zeit beide sehr genossen, das konnte ich spüren. . Weißt du, nur kurze Zeit vorher konnte ich es nicht erwarten, dich endlich zu spüren und das erste Schmetterlingsflauschen in meinem Bauch war einfach irre. Und dann, da im Sommer im Freibad, wenn ich mich im Wellenbad habe treiben lassen und so vor mich her schunkelte, schlugst du in mir Purzelbäume. Waren wir jedoch wieder in der alten Wohnung, hielt ich es keine fünf Minuten ohne Abkühlung aus. Und ich glaube, das kam dir ganz gelegen. Ich betrieb also ein ständiges unter die Dusche hüpfen und mich abkühlen. Wehrmutstropfen: Schwangerschaftsdiabetes. Aber auch das haben wir ja gut gemeistert, nicht wahr? :)
Im August kam dann unser Umzug. Man, ich hab mich sooo gefreut, auch wenn ich da schon nicht mehr wirklich viel helfen konnte. Zumindest die Schlepperei war mir verboten. Ich genoss aber das Einrichten, vorallem, was dein Zimmer werden sollte. IKEA-Besuche wurden häufiger, es wurde geplant und geplant und auch von Freunden und der Familie bekamen wir immer mehr Dinge. Ich fing an, deine Klamöttchen zu waschen und einzusortieren, nur um sie zwei Tage später wieder rauszuziehen, anzusehen und dann anders wieder einzuordnen. Vor Sehnsucht und Vorfreude stiegen mir regelmäßig die Tränen in die Augen. Wir hatten uns hier gut eingelebt, alles war wunderbar.
Es wurde Oktober, dein Papa ging wieder in die Uni und ich wurde immer runder und unbeweglicher. Der Gang aufs Klo fing immer mehr an, zu nerven, gerade Nachts, wenn ich eigentlich etwas schlafen wollte, war das arg lästig. Aber auch das Liegen an sich wurde immer tückischer und ohne das Stillkissen schier unmöglich. Du warst auch gerade Nachts sehr aktiv, bist mir regelmäßig auf der Blase rumgehüpft und in so manchem Augenblick habe ich dir schon wochenlangen Hausarrest versprochen – als kleine Rache ;). Regelmäßig wurde ich sentimental und heimlich still und leise schlichen sich Frau Keks und Frau Elch in mein Schwangerenleben – nicht mehr wegzudenken, echt jetzt!
Und dann, dann kam der November. Mein letzter Monat mit Kugelbauch. Im Hause Schaf war alles vorbereitet, du konntest kommen – aber dass du das so wörtlich nimmst, hätte ich nie im Leben gedacht! Über den sogenannten PLOPP habe ich ja schon ausführlich berichtet… Aber jedes Mal erinnere ich mich gern daran, an den ersten Gedanken “Hups, ich hab doch jetzt nicht ernsthaft in die Hose gemacht”, an das Geschirr spülen Nachts um 12, an die Schüttelfrost-ähnlichen Anfälle. Die ganze Episode in der Klinik. Die Geburt, die verpatzte(n) PDA, der anstrengende, stressige und etwas komplizierte Endspurt und schließlich dein erstes Quäken.
Oh man, ich liebe dich unendlich und noch viel mehr!






Hach, soo schön. Das Ultraschallbild mit der Hand ist ja der Wahnsinn!
Ein sehr toller Rückblick.
wirklich schön geschrieben *Tränchen weg wisch* :)
[...] Ganz viel Mäh Home(Fast) 40 Wochen – ein RückblickBauchwohnungFrag mich!Gib’s mir! – in [...]
Danke Mama Schaf. Ich lese ja immer mal wieder queer und rückwärtig. So nun auch schon wieder deinen Rückblick – und schon wieder sitze ich heulend da. Ja, ich gebe zu, ich habe momentan eine extreme Heulphase (nein, bin net wieder schwanger lol). Aber da reicht schon dein Test udn deine Reaktion, oder dein Reinfeiern. Das alles erinnert mich so stark an meine Zeit damals Lol. Da werden wieder heimliche Wünsche wach – aber nein, ich bleibe stark.
Und heyyyyyyyyyyyyyyyy sei froh über den GT …. 33 cm Kopf sei froh, unser Zwerg hatte 37 cm Kopf und wäre fast steckengeblieben :-) Ich hoffe inständig, das Geschwisterchen wird dann nen kleineren Kopf haben *autschhhhhhhhhhhhhhhhhhh*
*lach* Lukas is mit 33 cm KU schon hängengeblieben >.< Nicht ansatzweise möchte ich mir da 37cm vorstellen O.O
Heul ruhig, das macht – so doof es klingt – wieder glücklich und man is mit sich mehr im Reinen.
Geschwisterchen. Hach!!!!
Sehr schön geschrieben :)
Ich danke dir. :)
Immer gern geschehen.