annyclaws schreibt

Liebe, Leben und ganz viel Chaos

Kategorie: Mamaliebe

18 Monate

Nachgereicht, da anderweitig dringend sämtliche Freizeit gebraucht wurde/wird.

Mein lieber Sohn,

18 Monate bist du nun schon alt. Eineinhalb Jahre lang sind wir nun schon ein perfektes Team, du und ich. Mama und Sohn. Jeder Gedanke, jedes Gefühl an und für dich lässt mich schier platzen vor Stolz und mein Herz quillt über vor Liebe. Eine Liebe, die so unglaublich rein und unverdorben ist. Ich kann mich wirklich verdammt glücklich schätzen, sie in mir zu haben, zu fühlen, wie sie sich täglich wandelt und ihre Wurzeln tiefer in meine Seele schlägt.

Doch nun zu dir. Du hast dich – gerade in den letzten Wochen – wahnsinnig weiterentwickelt. Du kannst ziemlich gut mitteilen, was du möchtest und wenn dir was nicht in den Kram passt, dann motzt du schon mal richtig. Du lernst täglich neue Worte verstehen und übst fleißig das Sprechen. Oft kann ich dich dabei beobachten, wie du mit den Lippen angestrengt ein Wort formst, lautlos, immer und immer wieder. Erst wenn du es für gut genug befindest, sprichst du das Wort auch laut aus und guckst dann irrsinnig stolz.

Du hast das Küssen für dich entdeckt. Nach wie vor öffnest du dabei dezent den Mund und man muss quasi “rein”küssen, doch kommst du immer mal zwischendurch einfach zu uns und forderst einen (feuchtfröhlichen) Schmatzer ein – ich genieße das, denn in nicht allzu ferner Zukunft wirds dir schon wieder peinlich sein.

Vor ein paar Wochen hast du deinen vierten Eckzahn bekommen und somit sind die 16 erstmal voll. Ich bin froh! Und du bestimmt auch, denn die letzten vier waren böse Viecher, die selbst  dich ausknockten (und dazu kam auch noch ein kleiner großer Wachstumsschub, ohje).

Das Laufen. Du läufst nach wie vor nicht alleine. Naja, so ganz stimmt das auch wieder nicht. Du willst einfach nicht alleine laufen. Nicht, wenn du im Mittelpunkt des Interesses (also quasi irgendwie fast immer?) stehst. Dann machst du maximal zwei Popelinchenschritte und fällst uns dann um den Hals (die Beine) oder lässt dich elegant auf die Knie fallen, mit nem dicken Grinser natürlich. Wenn du dich unbeobachtet fühlst oder einfach vertieft bist in ein Spiel, wenn du in deiner eigenen Welt bist, dann vergisst du diese ganze Aufmerksamkeit und dann läufst du von einem Gegenstand zum nächsten. Frei. Und ohne Probleme. Seit Samstag findest du außerdem Hand in Hand laufen obercool! Ich darf dir dann eine Hand reichen, du legst deine kleine in meine große und wir laufen mal hier hin und mal dort hin. Tja und ich? Ich mache mir da keinen Stress und auch diese Irgendwiesehnsucht ist fast verschwunden. Denn ich weiß, du kannst das und alles ist gut.

Du hast übrigens einen wunderschönen blonden Wuschelkopf! Locken kringeln sich hinten und an den Seiten, nach vorne sind sie allerdings glatt und erst im Wasser sieht man, wie lang sie eigentlich schon sind! Überhaupt, das Wasser, das Wasser ist dein Element. Einmal die Woche gehen wir zusammen schwimmen, bevor die Kids kommen und mein Schwimmkurs beginnt. Du lässt dich von mir durchs Becken ziehen, du prustest ins kühle Nass, du tauchst unter, du strampelst mit den Beinen und du lachst dabei, denn du fühlst dich einfach pudelwohl! So ist es auch nicht verwunderlich, dass du bei jeder Gelegenheit zum ‘Awa’ möchtest. Du stehst an der Badewanne, deutest hinein und rufst “Mama, Awaaaa”. Wenn es regnet, stehst du an der Balkontür, deutest hinaus und rufst “Awaaaaaa!” und quietscht dabei vor Freude. Sobald du einen Wasserhahn siehst, musst du unbedingt die Hände waschen – und das Gesicht, das ist ganz, ganz wichtig.

Bücher liest du lieber alleine. Du kommst zwar oft zu mir, ein Buch im Schlepptau und hörst mir ein paar Minuten aufmerksam und interessiert zu und studierst jedes Bild genau, doch dann gehst du weg, suchst dir ein anderes aus, legst dich neben mich und blätterst selbstständig darin.

Dein absoluter Lieblingsfreund, das ist der Kater, von dir “Mimi” genannt. Alle Katzen heißen Mimi. Und manche Hunde auch. Und Mimis müssen immer und überall mit Bajj (Ball) spielen. Immer! Und sie müssen bekuschelt werden, manchmal werden ihnen auch liebevoll Haare ausgezupft. Und deine Mimi wird auch schonmal beschuldigt, nen Stinker fabriziert zu haben (okay, Katzen fabrizieren die ultimatischen Stinker, das ist wahr) und natürlich muss deine Mimi dann auch gewickelt werden. Ein konkretes Beispiel gefällig? Ich sage zu dir “Puuh Luke, ich glaub, ich muss dich mal wickeln” und du sagst “Mama! Nein! Mimi puuuh” wedelst mit einer Windel und deutest auf den Kater. So ist das hier, du schlaues Kerlchen. :)

Immer, wenn du die Möglichkeit hast, pflückst (rupfst) du mir Blumen. Am liebsten Gänseblümchen (da hat dir wohl ein Vöglein gezwitschert, dass das meine Lieblingsblumen sind). Ich finde es unglaublich goldig, wenn du mit einer Handvoll zerdrückter Blümchen zu mir kommst und sie mir in die Hand drückst, freudestrahlend. Hach!

Nunja, was soll ich sagen. Ich genieße das Leben mit dir. Unser Leben als Familie. Und wenn ich mir dich so angucke, du großer Junge, der du mittlerweile bist, wie du ganz verliebt bist in deine frischgeschlüpften Babyfreunde, dann ist das für mich noch einmal ein Stückchen mehr Wunder. Du bist das Wunder. Denn du bist hier, du bist mein Fleisch und Blut und du bist alles.

Mama ♥

Erste Begegnungen.

Wenn ich den Cousinensohn im Arm hin und her wiege und mir mit einem Schlag, in Erinnerungen der ersten Muttergefühle schwelgend bewusst wird, wie klein und zerbrechlich auch Lukas einmal war. Wenn das zuckersüße kleine Winzlingsbaby auf mein Shirt spuckt und alles, was ich tun kann, ist lächeln und einmal tief seufzen. Wenn Lukas meiner Cousine um den Hals fällt und beim ersten Anblick, seiner ersten Konfrontation mit einem kleinen Baby den Atem für einen Moment anhält, absolut überwältigt ist und dann bis über beide Ohren grinst. Wenn er dann vorsichtig ein Fingerchen nach dem anderen betastet, zärtlich über die Babyhaare streicht und – immer noch in Cousines Arm – seinen Kopf auf meine Schulter legt, einfach nur überglücklich das kleine Wunder anlächelt und seinen Blick nicht mehr abwenden kann.

Liebe.

Und ich wische heimlich ein paar Tränen weg, hoffe, dass sie keiner gesehen hat und gebe meinem Sohn das stille Versprechen: Du wirst der beste große Bruder, den sich deine Geschwister nur wünschen können!

Herzenswunsch

Wurde ich schon vor fast einem Monat von der süßen Frollein Püppi-Lotta getaggt, schob ich diesen Artikel immer vor mir her. Denn mit dem Herzenswunsch ist das bei mir immer so eine Berg- und Talfahrt. Mein Herzenswunsch ist kein großes Irgendwas, sondern eher viele kleinere und weniger kleine Teile. Wenn ich es jetzt trotzdem zusammenfassend benennen müsste, würde ich sagen: Eine glückliche Familie. Doch für uns alle heißt das wohl etwas Anderes. Manchmal weicht sie sehr von meiner Vorstellung ab, manchmal ist sie meiner sehr ähnlich.

Der Herzensmann und ich, wir haben, indem wir uns gefunden und lieben gelernt haben, die erste Hürde genommen. Das Zusammenziehen war ein nächster Schritt und mit der Geburt unseres Reisbällchens haben wir natürlich einen riesigen Satz gemacht Richtung Herzenswunsch. Ich schwebe (und werde es wahrscheinlich immer irgendwie) noch auf dieser Glückswolke, denn das Mama und Partnerin sein, das ist so viel mehr, als ich mir je überhaupt nur ansatzweise vorstellen konnte. Und doch wird mir, gerade in letzter Zeit, immer deutlicher, teilweise schmerzhafter bewusst, da soll noch mehr kommen. Ich seufze und habe Wehmut, wenn ich eine Schwangere sehe und vor ein paar Tagen träumte ich davon, Luke und seiner kleinen Schwester (ähäm??) beim Spielen zuzusehen. Ja. Meine Familie wird noch wachsen. Das ist sicher. (Und ich wäre nicht ich, wenn ich das nicht jetzt sofort bitte danke schon hätte.) Dennoch tut diese Sehnsucht, dieses immer geduldig sein, das vernünftig sein müssen, die Wehmut weh. Sehr sogar. Und ich weiß, es klingt wie Jammern auf hohem Niveau, denn schließlich habe ich doch schon ein Kind. Ich weiß aber auch, dass da eben noch mehrere Teile meines Herzens darauf warten, endlich in Aktion treten zu können.

Zurück zum Anfang und ums perfekt zu machen und meinen Gedankentraum noch zu vollenden fehlt da noch das Eigenheim mit schönem, großen Garten und ein paar Tieren, die auf Grund und Boden rumwuseln (*) und ein Job, in dem ich mich wohlfühle und weiß, etwas zu leisten. Irgendwie klingt das wie, naja, 0-8-15, Standard. Mein Herzenswunsch ist und bleibt es aber trotz allem. Und selbstverständlich ist er für mich schon überhaupt nicht, sondern ein Geschenk.

(*) Ne braune Kuh bitte auch, weil Kühe eben. Hihi.

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