annyclaws schreibt

Liebe, Leben und ganz viel Chaos

Kategorie: Freundschaft

Erste Begegnungen.

Wenn ich den Cousinensohn im Arm hin und her wiege und mir mit einem Schlag, in Erinnerungen der ersten Muttergefühle schwelgend bewusst wird, wie klein und zerbrechlich auch Lukas einmal war. Wenn das zuckersüße kleine Winzlingsbaby auf mein Shirt spuckt und alles, was ich tun kann, ist lächeln und einmal tief seufzen. Wenn Lukas meiner Cousine um den Hals fällt und beim ersten Anblick, seiner ersten Konfrontation mit einem kleinen Baby den Atem für einen Moment anhält, absolut überwältigt ist und dann bis über beide Ohren grinst. Wenn er dann vorsichtig ein Fingerchen nach dem anderen betastet, zärtlich über die Babyhaare streicht und – immer noch in Cousines Arm – seinen Kopf auf meine Schulter legt, einfach nur überglücklich das kleine Wunder anlächelt und seinen Blick nicht mehr abwenden kann.

Liebe.

Und ich wische heimlich ein paar Tränen weg, hoffe, dass sie keiner gesehen hat und gebe meinem Sohn das stille Versprechen: Du wirst der beste große Bruder, den sich deine Geschwister nur wünschen können!

Darf ich vorstellen?

Ich möchte euch heute die schöne, kleine aber feine Gedankenkritzelei meiner lieben Herzensfreundin aka Luke’s Patentante und ihrem weltbesten Herzensfreundinehemann vorstellen. Ich finde nämlich, das diese teilweise zu Tränen rührenden, wunderschönen Worte mehr Achtung und Aufmerksamkeit verdienen.

>> Zellchen 3 <<

 Die Beste hat übrigens mittlerweile einen perfekten, wundervollen Kugelbauch und langsam aber sicher werde auch ich ein wenig nervös. Bald, baaald ist Lukas’ Blutsbruder da. Wir freuen uns!!! ♥

Über Enttäuschung und Freundschaft

In letzter Zeit geht mir Vieles durch den Kopf. Und da gibt es auch diesen großen Punkt: Freundschaft. Für mich ist Freundschaft unbeschreiblich wichtig. Meine Freunde gehören zu meiner Familie. Sie sitzen in meinem Kopf und in meinem Herzen und haben sich dort verankert. Umso schmerzvoller ist es, wenn sie dann aus meinem Herzen gerissen werden. Es ist unbeschreiblich grausam und obwohl es heilt, tut es das sehr, sehr langsam. Es ist unfair und ich kann und werde es nie verstehen können. Mein Verstand kann es nicht fassen, dass ich geliebte Menschen auf dieser Welt nicht mehr wiedersehen werde. Manchmal reißen mir alltägliche Dinge den Boden unter den Füßen weg, weil ich sie mit ihnen verbinde. Und auf eine (vielleicht sadistische) Art und Weise macht es mich auch glücklich und froh, denn es zeigt mir: Ihr werdet nicht vergessen. Ihr habt noch immer euren Platz bei mir, denn ich erinnere mich stets an euer Gesicht, an euer Lachen, an die schöne, gemeinsame Zeit.

Nun gibt es aber auch die große Enttäuschung. Wenn ich alles auf die Waagschale lege für eine Person, die mir unglaublich wichtig erscheint – egal ob ich diese Person schon sehr lange kenne, oder erst seit Kurzem – und diese eine Person nicht den Gegenwert auf die andere Schale legt, obwohl es zu Anfang den Anschein hat. Dann nimmt sie nur, sie benutzt mich. Sie nutzt mein (naives) Urvertrauen in die Menschen aus. Mein Vertrauen, das ich auf sie setze. Dann wird aus dem Geben und Nehmen, das es anfänglich ist nur noch Ausnutzung und genau das erschüttert mich immer wieder, obwohl ich es doch eigentlich mittlerweile besser wissen müsste.

Man darf in einer Freundschaft natürlich auch mal egoistisch sein. Man darf verlangen,  im Rampenlicht zu stehen. Man muss aber auch die Kunst besitzen, wieder von der Bühne steigen zu können, sich zu verbeugen und dem Freund den Weg nach oben zu zeigen. Es bedarf auch der Kunst, sich Kritik anhören zu können – mit der Erlaubnis, sich erst einmal darüber zu empören – zu reflektieren, anzunehmen und zu versuchen, es besser zu machen. Das Wichtigste ist dabei, dem Freund die Kritik zuzugestehen, auch wenn es manchmal schwer fällt. Auch wenn man sich zu Unrecht angegriffen fühlt. Denn eigentlich sollte man wissen, dass der Freund einem nichts Böses will, denn selbst kritisiert man ja schließlich auch und das nicht, weil man perfide Hintergedanken hat, sondern einfach nur, weil man sich Gedanken macht und nicht möchte, dass aus einer vielleicht winzig kleinen Fliege ein riesiger großer Elefant wird. Man möchte helfen, dass der Freund nicht an anderer Stelle aneckt und es ihm dann schlecht geht. Genau das verlangt man im Gegenzug auch von ihm. Nur mit Hilfe solcher Menschen hört man auf, auf der Stelle zu treten, entwickelt sich weiter und wächst.

Ich werde dennoch nicht aufgeben und immer wieder alles in die Waagschale legen. Ich werde ziemlich sicher meistens enttäuscht werden und trotzdem werde ich mich wieder aufrappeln und es wieder tun. Denn in ein paar wenigen, seltenen Fällen, da lohnt sich der Mut und die Wagnis. Und am Ende steht man dann da und wird an die Hand genommen und sie wird nie wieder losgelassen.

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