annyclaws schreibt

Liebe, Leben und ganz viel Chaos

Kategorie: Familie

Katzen und Babys.

Als ich gestern mit den lieben Damen Keks und Pienznäschen ein wenig Erfahrungen austausche, kam mir der Gedanke, auch ein paar Worte darüber hier zu verlieren, über Katzen und Babys.

Ich liebe meinen Kater. Nicht verwunderlich, bin ich doch mit vielen Tieren und darunter eben auch Katzen aufgewachsen. Ich liebte es, wenn ich kleine Kätzchen, die von ihren Müttern nicht gesäugt wurden, mit der Pipette füttern durfte (ich hab das auch mit Babymäusen versucht und wollte mal Vogeleier ausbrüten, aber das sind andere Geschichten *hust*), die Kuschelstunden, das Schnurren und die Unabhängigkeit der Katzen. Als ich dann vor ein paar Jahren mit meiner Herzfreundin eine WG gründete, waren wir uns einig, eine WG-Katze muss her (denn sie liebt Katzen mindestens genauso sehr, wie ich). Wir machten uns auf ins örtliche Tierheim und verliebten uns in einen scheinbar unscheinbaren, von seiner Zimmergenossin unterdrückten, braun-getigerten Kater. Wir erfuhren, dass niemand so genau wusste, wie alt der Herr ist, dass er schon lange im Tierheim verweilen muss und – perfekt für uns – eine reine Wohnungskatze ist. Kurze Zeit und einige Einkäufe später machten wir uns mit unserem Tristan auf den Heimweg. Unser Schatz war so verängstigt und misstrauisch, dass es mir das Herz brach. Er zeigte eine so starke Angst und Abneigung Männern gegenüber, dass ich mir nur ansatzweise ausmalen konnte, was er in seiner Vergangenheit alles erlebt haben musste. Doch mit viel Liebe, Zuneigung und Geduld konnten wir ihm diese Urängste nehmen. Der Herr wurde immer zutraulicher und entpuppte sich als richtiger Kuscheljunkie. Ehrlich, manchmal verhält er sich mehr, wie ein Hund. Er ist wahnsinnig anhänglich (Verlustangst?) und steht stets treu vor der Wohnungstür, wenn man nach Hause kommt. Immer. Er motzt (wie kann man ihn aber auch 10 min alleine lassen, weil man noch schnell etwas einkauft), er wirft sich auf den Boden und kugelt sich hin und her, präsentiert seinen Bauch und schnurrt. Er streift um die Beine (Stolperfallen trifft es eher) und läuft einem hinterher. Und wenn wir nach längerer Abstinenz wieder da sind, hinterlässt er einen gar lieblichen Duft – wie soll ichs sagen, er begrüßtscheißt halt ;). Er schläft bei uns im Bett, meinst neben meinem Kopf oder in meinen Armen. Oftmals kriecht er an meinen Füßen unter die Decke und robbt dann langsam nach oben zum Kopfende, um sich dann an mich zu kuscheln und mir die Ohren vollzuschnurren. Er braucht das und ich gebe es ihm – und ich gebe es ehrlich zu, ich genieße es. Achja, wie man vielleicht erraten kann, der WG-Kater wurde zu meinem Kater, als die Herzfreundin mit ihrem Zukünftigen zusammenzog und wurde fix zu unserem Kater (und später zu Lukes Scheißelkramkumpel).

Ich habe jetzt sehr weit ausgeholt und denke, es ist deutlich, wie sehr dieser Kater zu mir, zu uns gehört. Er war schon immer mein Baby und mir ist es ehrlich gesagt egal, wenn nicht-Tierbesitzer das jetzt lächerlich finden. Tristan gehört zur Familie, ist ein vollwertiges Familienmitglied. Punkt. Als wir dann erfuhren, dass ich schwanger bin, war demnach auch klar, wir werden alles versuchen, dieses Tier hier zu halten. Ich hatte schon ein wenig Angst, er würde zu eifersüchtig sein und dem Baby etwas tun. Ich sorgte mich, ich fürchtete mich davor, meinen Kater eventuell weggeben zu müssen. Daher erneuerte ich die Abmachung, die ich mit meiner Mutter getroffen hatte. Sie würde den Kater bei sich aufnehmen, falls es zum Fall der Fälle kommen würde und ich war beruhigt. So mehr oder weniger ;). Ich wollte aber, dass das klappt mit uns allen. Die Schwangerschaftswochen verstrichen, wir zogen um und nach und nach trudelten die Kinderzimmermöbel ein, das Babybett wurde aufgebaut und alles schön eingerichtet. Tagsüber ließen wir die Kinderzimmertür offen (sofern wir daheim waren), damit Tristan sich in Ruhe alles angucken, erschnüffeln konnte. Einmal erwischen wir ihn in Lukes Bettchen, schmissen ihn gleich in hohem Bogen wieder raus und, ja das klingt lustig (und war es auch) erklärten ihm, dass er da nicht rein dürfe. Irgendwie hatte er es wohl verstanden. Einzig die Wickelunterlage zog ihn immer wieder magisch an. Oft entdeckte ich ihn dort eingerollt friedlich schlafend und dachte mir “was solls, das Teil kann ich jederzeit abwaschen” und sah darüber hinweg. Tristan kuschelte sehr intensiv mit mir und meinem Bauch, spürte, dass sich etwas verändert und wurde noch anhänglicher als eh schon. Und dann ploppte es ja bekanntlich ohne Anzeichen und ein paar Wochen zu früh und rumms, war Lukas bei uns.

Tja, was soll ich sagen, bis auf regelmäßiges Kopf-beschnüffeln (bis heute) und ab und an mal skeptisches beäugen kümmerte Tristan das Baby nicht die Bohne. Es war halt da. Und schrie ab und an. Und blubberte und quäkte, stinkerte, pupste oder spuckte manchmal. Meistens schlief es ja eh, das Baby. Dann konnte er es ausführlicher begutachten, aber immer wurde so getan, als wäre es ihm egal. Und irgendwann, da kuschelte er sich einfach an den schlafenden Luke und ich wusste, es passt. Uns war es ganz wichtig, dass Tristan auch täglich seine expliziten Kuschelzeiten bekommt. Nicht nur abends, wenn der Bub dann schlief, sondern auch tagsüber. Bewusst nahm ich mir den Kater, trug ihn in der Wohnung herum, setzte ihn auf meine Schulter (bis heute eine Lieblingsposition von ihm, ich alte Hex :P) kraulte und spielte mit ihm. Das Kinderzimmer ist auch heute noch am Tag offen, auch für ihn zugänglich, wenn Lukas ins Bett kommt, bleibt die Tür allerdings geschlossen. Tristan kommt gut damit klar, denn alle anderen Zimmer bleiben ihm nicht verwehrt. Und jetzt, wo der Sohnemann so mobil ist und seiner “mimi” auch mal kreischend hinterherrennt, da  verzieht sich Tristan meist einfach (indem er aufspringt und sich nen Meter weiter wieder hinlegt und Lukas lachend wieder auf ihn zu stürmt – das lässt sich dann beliebig oft wiederholen). Manchmal, da fühlt er sich jedoch in die Enge getrieben und dann holt er schon mal aus und watschelt den Bub. Darf er, denn ich finde, Lukas muss auch in dieser Hinsicht Grenzen aufgezeigt kriegen und lernen, wie weit er gehen kann. Krallen benutzt Tristan nie.

Tja. Hier hat alles geklappt. Mein Wunsch hat sich erfüllt und ich bin froh, dass Lukas mit der Katze aufwachsen kann. Ich finde das ungemein wertvoll. Ich bin glücklich. ♥

auf und zu

Um was sich des Sohnemanns Aufmerksamkeit zur Zeit fast ausschließlich dreht, ist, Dinge auf (au-f) und zu (tu) zu machen. Egal, ob es überhaupt auf und zu geht. Kuscheltiere (di-da), Töpfe, Schubladen, Schränke, Papier (bawa), Abfalleimer (bawa-da), Bücher, die Mama (mama), die Katze (mimi), das Baby (bebi), das Wasser (awa), der Papa (baba), Bäume (Babyzeichen), Blätter (baa), Blumen (Babyzeichen), …

Und sogar während des Einschlafens beschäftigt ihn das alles, denn gerade brabbelt er auf dem Weg ins lala-land ununterbrochen “au-f, au-F, au-ffff, auuuuu-f, aaaau-f, MAMA, auuuuu-fffffff”. Seit 20 Minuten. ;)

Erste Begegnungen.

Wenn ich den Cousinensohn im Arm hin und her wiege und mir mit einem Schlag, in Erinnerungen der ersten Muttergefühle schwelgend bewusst wird, wie klein und zerbrechlich auch Lukas einmal war. Wenn das zuckersüße kleine Winzlingsbaby auf mein Shirt spuckt und alles, was ich tun kann, ist lächeln und einmal tief seufzen. Wenn Lukas meiner Cousine um den Hals fällt und beim ersten Anblick, seiner ersten Konfrontation mit einem kleinen Baby den Atem für einen Moment anhält, absolut überwältigt ist und dann bis über beide Ohren grinst. Wenn er dann vorsichtig ein Fingerchen nach dem anderen betastet, zärtlich über die Babyhaare streicht und – immer noch in Cousines Arm – seinen Kopf auf meine Schulter legt, einfach nur überglücklich das kleine Wunder anlächelt und seinen Blick nicht mehr abwenden kann.

Liebe.

Und ich wische heimlich ein paar Tränen weg, hoffe, dass sie keiner gesehen hat und gebe meinem Sohn das stille Versprechen: Du wirst der beste große Bruder, den sich deine Geschwister nur wünschen können!

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